18.10.2016

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HILFE, ICH BIN IM FERNSEHEN!

17.10.2016

Gespräch mit

Fritz Staudinger

 

Fernsehen ist nicht Theater, nicht Rockkonzert, nicht Promi-Gala, - Fernsehen hat seine ganz eigenen Gesetze und erfordert ganz eigenes Wissen. BMS Supergestirn Fritz Staudinger erlaubt in seinem 2. Interview einen schnellen, aber tiefen Einblick in die BMS TV-Kompetenz. 10 Fragen – 10 Antworten.

 

Fritz Staudinger

Sagt's, warum heißt der Titel der G'schicht eigentlich "Hilfe, ich bin im Fernsehen!" ?

 

Interviewer

Weil "Hilfe, ich bin im Fernsehen!" viele interessanter klingt, als zum Beispiel "Alles über die BMS Fernseh-Kompetenz", oder? Irgendwie sexier. Das war jetzt schon die erste Frage. Aber, bitte, dürfen jetzt WIR die Fragen stellen?

 

 

Fritz Staudinger

Na bitte, wennst magst.

 

Frage 2:

BMS schreibt sich eine besondere Fernseh-Kompetenz auf die Fahnen. Was ist denn nun das Besondere daran?

 

Fritz Staudinger:

Fernsehen ist weitaus komplexer als die "normale" Veranstaltung. Da ist schnell mal Schluss mit dem klassischen "Guckkastenprinzip". Die meisten Veranstaltungen sind ja vergleichsweise simpel. Sie funktionieren nach dem Prinzip , da ist die Bühne, da sind die Zuschauer, da ist das Licht und da der Ton, das Ganze auf den Raum abgestimmt, fertig und jetzt spielt's was g'scheit's. Das geht so beim Fernsehen nicht. Fernsehen ist dynamisch. Wenn man so will, unberechenbarer, vielschichtiger, auch spannender. Verschiedene Kamerawinkel und -einstellungen, unterschiedliche Perspektiven, eine sehr lebhafte, abwechslunsgreiche Szenerie, mal indoor, mal outdoor, da muss die Technik mit. Und dazu muss man verstehen, wie Fernsehen funktioniert.

 

Frage 3:

Bleiben wir kurz mal bei TV und Licht. In deiner Werkmeisterbibel schreibst du "Licht ist mehr als hell machen". Was mehr?

 

Fritz Staudinger:

Künstliches Licht, die Beleuchtungstechnik gehört zur hohen Schule der Kameratechnik. Richtig, sie ist mehr als "hell machen", sie ist das Gestaltungsmittel par excellence in diesem Medium. Die Sonne ist das natürliche Licht. Sie schafft wunderbare Lichtstimmungen. Nur, sie ändert laufend ihren Stand und ihre farbliche Verteilung, versteckt sich oft und narrt uns, oft und genau dann, wenn Termine drängen. Künstliches Licht ermöglicht es, den Zufall zu überlisten. Ganz gleich, ob wir ein komplett eigenes Licht im Studio erschaffen, oder ob wir beim Außendreh vorhandene Lichtsituationen ergänzen, wir haben es stets mit gestaltetem Licht zu tun.

 

Frage 4:

Also spielt BMS Wettergott?

 

Fritz Staudinger:

So ist es. Typisches Beispiel: im Film regnet es junge Hunde. Die Zuschauer denken sich: "mein Gott, was für ein Wolkenbruch" Falsch! Da steht immer die Technik mit der dicken Spritze. Regen im Film ist immer künstlich. Dasselbe mit dem Licht. Die letzten Strahlen der untergehenden Sonne tauchen die Liebenden in einen verträumten Glanz? Iwo Sonne, der Lichtdesigner war's. Wir machen aus Illusionen Wirklichkeiten.

 

Frage 5:

Wie kommt denn BMS zu seiner TV-Kompetenz?

 

Fritz Staudinger:

Durch zwei Dinge. Erstens: Zeit, zweitens: Wissen. Zum Ersten sind wir schon seit 30 Jahren in der Branche. Und das führt unweigerlich zum Zweiten, zur Erfahrung, zum Wissen. Nur ein paar Beispiele: Wir sind, nahezu von der Stunden Null an, bei den Eurovisionssendungen dabei. Wir betreuen seit 20 Jahren das größte Musik-Open-Air der Alpen, immer im Schulterschluss mit internationalen TV-Teams und Lifeübertragungen. Wir sind seit vielen Jahren Partner bei zahlreichen ORF Produktionen wie beispielsweise ÖSV Medaillenparty,  Nacht des Sports, Design Center, diverse Pressekonferenzen mit Marcel Hirscher, Hermann Maier, Science Talk Spezial – NOE Wissenschaftsgala, ZIB 2 History aus Mauthausen, Europa League Puls TV, Media Center Puls4 TV Hofburg, Boxen Live für Eurosport . Da lernt man, wie das Vis-à-Vis tickt, was der andere braucht, damit Zusammenarbeit reibungslos funktioniert, Leerläufe vermieden werden, die Produktion ein Erfolg wird. Und das Ganze Spaß macht.

 

Frage 6:

Was macht denn BMS nun zum idealen Partner bei TV Produktionen?

 

Fritz Staudinger:

Du sagst es: Partner. Bei klassischen Produktionen, also Konzerte, Galas, Podiumsveranstaltungen, ist die Technik ja quasi Solist. Beim Fernsehen ist man immer Partner. Da gibt's kein du dort, wir da, da gibt's nur ein WIR. Da ist ein Regisseur, ein Kameramann, ein TV Team. Egal ob TV-Produktion oder Live-Mitschnitt, ich gestalte ja mit meiner Technik die Situationen maßgeblich mit. Also muss ich ja durch die Augen des Kameramannes sehen, oder wissen, wie der Regisseur denkt. Das erfordert nicht nur eine vertiefte Kenntnis von Film und TV Technik, sondern auch eine gehörige Portion Einfühlungsvermögen. Ganz wichtig ist auch das technische Gegenüber, die Wishes and Needs der TV Techniker. Kennt man die, macht man sich die besten Freunde.

 

Frage 7:

Also Kuschelecke statt Fightclub?

 

Fritz Staudinger:

Der Idealfall: Ich kenn seine Technik, er kennt meine Technik. Ich respektiere seine Arbeit, er die meine. Keine Konkurrenz, sondern Ergänzung. Man lernt laufend dazu, und man lernt voneinander. Das mehrt nicht nur das Wissen, auch die Freud an der Sache.

 

Frage 8:

Gibt es die 10 Goldenen Regeln der BMS TV-Kompetenz?

 

Fritz Staudinger:

Nein, gibt's nicht. Aber es gibt noch ein paar entscheidende Punkte auf die es ankommt. Die Visualisierung: "what you see is what you get" - das Geschehen sieht im Fernseher Zuhause anders aus, als für den Zuschauer live vor Ort. Die Pre-Production: um die Produktionsdauer zu verkürzen. Geld spielt beim TV immer eine Rolle. Die Vorprogrammierung: wird in Echtzeit über den Lichtcomputer angesteuert. Der Blickwinkel, Sehen, was der Regisseur sieht, Anschnitte, Hintergründe, et cetera, beim Mitgestalten und beim Kreativen erkennt man am meisten, ob jemand TV Kompetenz hat, oder nicht.

 

Frage 9:

Es gibt ja auch eine lebendige Witzekultur zwischen den Veranstaltungstechnikern und den TV-Leuten. Sagen Sie uns einen?

 

Fritz Staudinger:

Na gut. Kommt der Regisseur auf's Set, sagt der Lichttechniker zum Kameramann ..... nein, den sag ich jetzt nicht.

 

Frage 10:

Schade! Warum nicht?

 

Fritz Staudinger:

War das jetzt schon die 10. Frage?

 

Interviewer:

Wer stellt hier die Fragen? Aber trotzdem, Danke für das Gespräch.

 

Ing. Fitz Staudinger ist geschäftsführender Gesellschafter der BMS Production Group, sowie Dozent und Trainer der öffentlich, rechtlichen Werkmeisterschule für Veranstaltungs- & Eventtechnik

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